Wenn sich nach dem Bewässern Pfützen auf dem Rasen bilden oder Wasser den Gehweg hinunterläuft, ist die Niederschlagsrate (PR) der Sprinklerköpfe höher als die Infiltrationsrate des Bodens. Die Cycle-&-Soak-Methode teilt die Gesamtlaufzeit in kürzere Zyklen mit Einweichpausen auf.

Was ist Cycle & Soak?

Statt einer kontinuierlichen 18-minütigen Bewässerung laufen mehrere kurze Zyklen (z. B. 3 × 6 Minuten) mit 30–60 Minuten Pause dazwischen. In der Pause sickert das Wasser in die Wurzelzone ein, anstatt oberflächlich abzufließen.

Warum es nötig ist: Niederschlagsrate vs. Infiltrationsrate

Jeder Sprinklerkopf liefert Wasser mit einer bestimmten Niederschlagsrate (PR), gemessen in mm/h. Gleichzeitig kann der Boden Wasser nur mit einer begrenzten Infiltrationsrate aufnehmen, die von Bodentextur, Verdichtung, organischer Substanz und Hangneigung abhängt. Wenn die PR die Infiltrationsrate übersteigt, kann das überschüssige Wasser nicht versickern und beginnt abzufließen. Das verschwendet Wasser, schwemmt Nährstoffe aus und kann Erosionsschäden an angrenzenden Flächen verursachen.

Infiltrationsraten nach Bodentyp

BodentypInfiltrationsrate (mm/h)
Sand50+ mm/h
Sandiger Lehm25 mm/h
Lehm15 mm/h
Toniger Lehm8 mm/h
Ton3–5 mm/h

Die Formel

Max. Zykluszeit (min) = Infiltrationsrate (mm/h) ÷ PR (mm/h) × 60

Beispiel: Toniger Lehm (8 mm/h) mit Sprühdüsen (PR = 40 mm/h): 8 ÷ 40 × 60 = 12 Minuten.

Bedarfsmatrix

BodentypSprühdüsen (40 mm/h)Rotoren (15 mm/h)MP Rotator (10 mm/h)
SandNicht nötigNicht nötigNicht nötig
Sandiger LehmNötigNicht nötigNicht nötig
LehmNötigGrenzwertigNicht nötig
Toniger LehmNötigNötigNötig
TonNötigNötigNötig

Praxisbeispiel: Tonboden + Sprühdüsen

Tonboden (3 mm/h), Sprühdüsen (PR = 40 mm/h), benötigt werden 10 mm Wasser.

  • Gesamtlaufzeit: 10 ÷ 40 × 60 = 15 Minuten
  • Max. Zykluszeit: 3 ÷ 40 × 60 = 4,5 Minuten
  • Zyklen: 15 ÷ 4,5 = 3,3 → 4 Zyklen à 3,75 Min.
  • Einweichzeit: 30 Minuten

Zeitplan: 4 Min. AN → 30 Min. Pause → 4 Min. AN → 30 Min. Pause → 4 Min. AN → 30 Min. Pause → 4 Min. AN Lesen Sie auch: Bewässerung an Hängen. Lesen Sie auch: Bodenfeuchte-Sensoren. Lesen Sie auch: Wassereinsparung.

Smarte Controller

Moderne smarte Bewässerungssteuerungen (Hunter Hydrawise, Rain Bird ESP-ME3, Toro Evolution) verfügen über eine integrierte Cycle-&-Soak-Funktion. Sie geben Bodentyp und Düsentyp ein — der Controller teilt die Laufzeit automatisch in Zyklen auf. Einige fortschrittliche Steuerungen lernen sogar aus Bodenfeuchte-Sensoren, um die Einweichpausen zu optimieren. SmartPluvia integriert sich mit Hunter Hydrawise und OpenSprinkler über das IoT-Modul, sodass Sie Cycle & Soak direkt über die Weboberfläche konfigurieren können.

Wichtige Vorteile der Automatisierung:

  • Der Controller berechnet die optimale Zyklenanzahl automatisch
  • Einweichpausen werden durch Bewässerung anderer Zonen gefüllt — die Zeit wird effizient genutzt
  • Saisonale Anpassung (trockenerer Sommerboden bedeutet noch langsamere Infiltration)
  • Kein manuelles Timer-Jonglieren — einmal einstellen und vergessen

Tipps für Hanglagen

An Hängen und Hanglagen beschleunigt die Schwerkraft den Abfluss, was Cycle & Soak noch wichtiger macht. Die Faustregel lautet: Reduzieren Sie die maximale Zykluszeit um 50 % bei Neigungen über 15 %. In unserem Tonbeispiel oben würden Sie statt 4,5 min max. nur 2,25 Minuten verwenden.

Zusätzliche Empfehlungen für Hanglagen: Lesen Sie auch: Bewässerung an Hängen. Lesen Sie auch: Bodenfeuchte-Sensoren. Lesen Sie auch: Wassersparen.

  • Verwenden Sie Düsen mit niedrigem PR (MP Rotator, Rotary Nozzles) wo immer möglich
  • Erwägen Sie Tropfbewässerung für steile Abschnitte
  • Verlegen Sie Zonenleitungen parallel zur Hangkontur, nicht senkrecht dazu
  • Erhöhen Sie die Einweichzeit auf 45–60 Minuten
  • Kontrollieren Sie nach intensiver Bewässerung auf Erosionsrinnen

Fazit

Cycle & Soak reduziert Abflussverluste um 50–100 %. Bei Ton-, Lehm- oder Hanglagen ist die Methode unverzichtbar. Verwenden Sie SmartPluvia, um Beregnungszonen zu visualisieren und Niederschlagsraten zu berechnen, und konfigurieren Sie dann Cycle & Soak an Ihrem Steuergerät für maximale Wassereffizienz.