Die Bewässerung von Hanggrundstücken zählt zu den schwierigsten Aufgaben in der Landschaftsbewässerung. Wasser läuft den Hang schneller hinunter, als der Boden es aufnehmen kann — das Ergebnis sind Pfützen am Fuß, ausgetrockneter Boden oben am Hang und Erosionsrinnen entlang des gesamten Gefälles. Eine durchdachte Planung löst all diese Probleme. Lesen Sie auch: häufige Fehler bei der Bewässerungsplanung.
Hauptprobleme an Hängen
- Oberflächenabfluss — Wasser fließt den Hang hinab, bevor der Boden es aufnehmen kann, und gräbt dabei Erosionsrinnen
- Bodenerosion — Wasserströme spülen die fruchtbare Oberbodenschicht weg und legen Pflanzenwurzeln frei
- Ungleichmäßige Verteilung — der untere Hangbereich bleibt durchnässt, während die Oberseite austrocknet
- Low-Head-Drainage — nach dem Abschalten der Zone läuft Restwasser aus den Leitungen durch die untersten Regnerköpfe ab
Cycle-and-Soak-Programmierung
Statt eines einzigen 15-minütigen Beregnungslaufs teilen Sie die Bewässerung in 3 Zyklen à 5 Minuten mit Einsickerpausen von 20–30 Minuten dazwischen auf. Während jeder Pause dringt das Wasser 5–8 cm tief in den Boden ein, anstatt oberflächlich abzulaufen. Moderne Steuergeräte (Hunter HC, Rain Bird ESP-ME3) unterstützen diese Funktion ab Werk.
Geräteauswahl nach Hangneigung
Der Neigungswinkel bestimmt die geeignete Ausrüstung. Siehe auch: Leitfaden zur Niederschlagsrate.
- Unter 8° (unter 14 % Gefälle) — Standardregner funktionieren problemlos; eine Cycle-and-Soak-Programmierung reicht aus
- 8°–15° (14–27 % Gefälle) — MP Rotator-Düsen verwenden: die Niederschlagsrate beträgt nur 10 mm/h gegenüber 40 mm/h bei festen Sprühdüsen. Das Wasser sickert selbst in tonigen Böden ein
- Über 15° (über 27 % Gefälle) — ausschließlich Tropfbewässerung. Die Tropfer geben das Wasser punktgenau mit 1–4 l/h ab, sodass Abfluss unmöglich wird
Rückschlagventile: Pflicht an jedem Hang
Ohne Hunter PGV-101 entleeren sich die Leitungen nach dem Abschalten der Zone über den am tiefsten liegenden Regnerkopf — bekannt als Low-Head-Drainage. Die Folgen: Pfützen, ausgewaschener Boden und 5–10 l Wasserverlust pro Regner und Zyklus. Verwenden Sie Regnergehäuse mit integriertem Rückschlagventil (Hunter PGP-CV, Rain Bird 1804-SAM) oder bauen Sie zusätzliche Inline-Rückschlagventile in die Hauptleitung ein.
Zonierung nach Höhe (Terrassierung)
Teilen Sie den Hang in horizontale Zonen ein: Lesen Sie auch unseren Vergleich Tropfbewässerung vs Sprenger.
- Obere Terrasse — eigene Zone mit der längsten Laufzeit (der Boden trocknet hier am schnellsten aus)
- Mittlere Terrasse — Standardlaufzeit
- Untere Terrasse — kürzere Laufzeit (ein Teil des Wassers wandert von oben nach unten)
Jede Terrasse sollte an ein eigenes Magnetventil angeschlossen sein, damit Sie die Laufzeiten individuell anpassen können.
Druckkompensation bei Höhendifferenzen
Pro 10 m Höhenunterschied verändert sich der Druck um 1 bar (14,5 PSI). Beträgt der Höhenunterschied 5 m, liegt die Druckdifferenz zwischen Oberkante und Unterkante bei 0,5 bar. Bei Regnern mit Nenndruck 2,5 bar ist das spürbar: untere Regner werfen weiter, obere Regner werfen kürzer. Lösungen: Druckregler je Zone oder druckkompensierende Düsen. Lesen Sie auch: Cycle-and-Soak-Anleitung.
Im SmartPluvia-Planer können Sie das Geländeprofil eingeben, Hänge automatisch in Zonen aufteilen und passende Geräte unter Berücksichtigung der Höhenunterschiede auswählen. Für die Tropfbewässerung empfehlen wir Netafim — den Weltmarktführer aus Israel (seit 1965). Standard-PE/PVC-Rohre und -Fittings von Generic sind eine kostengünstige Lösung für die meisten Anlagen.